Mein Seelenpferd Momo und ich

Seelenpferd



17.08.2019
Nichts im Leben ist ein Zufall, denn alles fügt sich wie es sich fügen soll. So ereignete sich auch die wundervolle Begegnung von Momo und mir.

Anfang dieses Jahres stand mein Junggesellinnenabschied vor der Türe, bis kurz vorher hatte ich keinen blassen Schimmer. Es war etwas seltsam, dass die Schwester meines Mannes eine Verabredung mit uns an einem Samstagabend wünschte, aber gut, Ausnahmen kann es schon mal geben. Spätestens allerdings, als wir auf die alte Stammkneipe meiner besten Freundin zusteuerten, war mir alles klar: Jetzt ist es soweit! Was mir nicht klar war, ist, dass mir dieses perfekt organisierte JGA-Wochenende ein weiteres Familienmitglied schenkt.

Da mich meine beste Freundin ziemlich gut kennt, wurde der JGA nicht in typisch verkleideter Form, betrunken in einer Fußgängerzone oder am Ballermann verbracht. Freundlicherweise haben mir die Mädels an diesem Abend nur mitgeteilt, dass morgen ein spannender Tag auf mich wartet. Dieser spannende Tag führte  mich zu Momo. 

Angekommen auf einem Reiterhof meines Geschmacks, lernten wir die überaus sympathische Stallbesitzerin kennen. Ihr gehört der traumhafte Ort, an dem Momo’s und meine Reise begann. Mit Halftern ausgestattet stampften wir zur Weide und sollten uns ein paar Pferde holen. Mit aufrechten Ohren und freundlich lächelndem Gesicht kam dann Momo auf mich zu, senkte ihren Kopf, damit ich ihr das Halfter umlegen konnte und lief mit mir, voller Tatendrang, zum Ausgang. Es war ein paar Monde her, dass ich das letzte Mal ritt – den engen Bezug zu Pferden habe ich jedoch seit meinem 4. Lebensjahr. Mir begegneten in den letzten 25 Jahren viele Pferde, keines jedoch, was mir von Anfang an das Gefühl gab, wir passen zusammen wie ein Puzzel. 
Meine Bauchladenaufgabe war letztlich ein kleiner Spring-Parcour, den wir Dank Momos Können ohne Missgeschicke absolvierten. Momos Feinfühligkeit schenkte mir an diesem Tag sogar die Erlösung meiner lang andauernden Rippen und Rückenschmerzen. Ohne, dass ich sie in irgendeiner Art und Weise danach fragte, schickte sie mir so vehement und unaufhörlich die Information, dass ich mich darum kümmern muss. 
Es war um mich geschehen, 3 mal pro Woche ging ich zum Reitunterricht, die ersten Wochen litt ich unter unglaublichem Muskelkater. Die Zuneigung zu ihr zog mich jedoch immer wieder in Ihren Bann, egal wie sehr meine Beine oder mein Po das Gegenteil wünschten. Nach ein paar Monaten stand fest, Momo muss Teil unserer Familie werden und so wurden aus 4, 5 Reimann’s.

Bei unserem ersten Live Gespräch mit Claudi (jaaa, auch wenn man es selber kann, bucht man professionelle Tierkommunikatoren) erschloss sich mir unsere Begegnung immer mehr. Momo und ich bilden einen gegenseitigen Spiegel von Tier zu Mensch. Alles was Momo in dem Gespräch erklärte, was ihr wichtig ist, woran sie glaubt, ist genau das, was ich meiner Umwelt immer und immer wieder entgegenbringe: Man bekommt genau das was man gibt. Momo ist ein so uneigennütziges aber in sich ruhendes Geschöpf, wie ich es selten kennenlernte. Sie selbst bräuchte unsere Reitzeit gar nicht, aber sie genießt es sehr stark, dass ich es genieße. Sie sagt, deine Freude ist meine verdoppelte Freude - sie möchte unheimlich gern für Menschen da sein, die sie mag.

Was ich mit alle dem sagen möchte. Es lohnt sich genau hinzuhören was dein Tier für ein Typ ist, worauf es wert legt, was es mag. Hörst du darauf und achtest diese Wünsche partnerschaftlich, gibt es immer einen Weg, wie das unreitbare, abgestellte Pferdemädchen eines der sanftesten und gut gesinntesten Wesen überhaupt werden kann. An dieser Stelle tausend Dank an Bea und Evelin, ohne euch wäre Momo jetzt nicht die, die sie geworden ist.